Coco IV

Teil 4

Wenn ich gefragt werde, warum ich Menschen fotografiere, dann werde ich jetzt wohl auch immer von diesem Shooting erzählen. Von der Kommunikation, der Nähe die entsteht, wenn man sich durch die Kamera kennenlernt. Es ist eine andere, als bei einem Kaffee, einem reinen Gespräch. Hier zählen Blicke viel und nonverbale Kommunikation. Respekt und Vertrauen. Nähe und Distanz.

Nach dem Shooting sitzen wir, vom Schweiß leicht glänzend, vor dem Studio und teilen uns das letzte Bier. Neben uns liegt eine Tüte voller Pfand. Es war immerhin ein warmer Tag… zwei Männer kommen vorbei, beladen ihr Auto mit… Pfand! Wir fragen vorsichtig, ob sie unseres mitnehmen würden. Sie sind kurz irritiert, lehnen dann aber freundlich ab. Alkoholpfand bringen sie leider nicht weg. Aber ob sie uns etwas von Rewe mitbringen könnten. Diesmal lehnen wir dankend ab und die beiden Männer, die in der Nähe als Securitys arbeiten, fahren davon. Ein Blick auf die Uhr sagt Coco und mir, dass wir auch langsam aufbrechen müssen. Das geliehene Fahrrad muss noch zurück zu Sarah und Filip, Coco zum Bahnhof und ich ins Labor zu Nimm Film. Auch, um dort Sophies Belichtungsmesser zu hinterlegen. Das geht alles viel zu schnell. Wir hatten doch noch gar nicht zu Ende geredet. Harter Cut also am S-Bahnhof MDR in Leipzig.