Coco III

Teil 3

Da ist wieder, der Prozess, den ich im freien Arbeiten so liebe. Das gemeinsame Erleben, Erarbeiten und Entwickeln der Bilder. Beide sind gleichermaßen Teil davon. Das braucht aber vor allem auf Cocos Seite Vertrauen. Denn zwischendurch mal eben aufs Display gucken geht nicht. Und als ich genau darüber in den Tagen nach dem Shooting wieder nachgedacht habe, hatte ich das Gefühl, dass genau das – dieses unterbrechungs- und kontrollfreie Fotografieren – für beide Seiten das Eintauchen in den Prozess verstärkt. Den Fokus auf den Moment schärft und letztlich das Menschliche im Miteinander und auf den Fotos noch stärker herausarbeitet. Vielleicht klingt das etwas sehr meta. Und vielleicht kann das auch nicht jede:r nachvollziehen. Aber wer das schon mal so oder so ähnlich erlebt hat, wird sich darin vielleicht wiederfinden.

Wer könnte das so erlebt haben? Ach ja, Coco: “Für mich hat sich das Shooting mit dir sehr persönlich und intensiv angefühlt, da ich durch das analoge Fotografieren zwischendurch eben keinen Blick auf ein Display werfen konnte. Das hätte mich vielmehr abgelenkt und verunsichert. Da die Chemie zwischen uns von Anfang an gestimmt hat, konnte ich mich fallen lassen und auf deinen Blick vertrauen. Vielmehr haben mir kleine Hinweise deinerseits dabei geholfen, mich anders vor der Kamera zu positionieren. Aus meiner Sicht hat das Gelingen der (professionellen) analogen Fotografie demnach sehr viel mit Intimität und Vertrauen zutun.”

Nach unserem Shooting schreiben Coco und ich noch viel. Wir reden über dies und das und natürlich darüber, was das Shooting für uns bedeutet hat, wie wir uns dabei gefühlt haben. Irgendwie hat diese Begegnung, auch durch die Kamera, in uns beiden etwas ausgelöst. Eine Begeisterung und Zufriedenheit. Ich denke, dass (meine) Fotoshoots immer auch für den Menschen vor der Kamera eine Art Selbsterfahrung sind. Das will ich nicht esoterisch missverstanden wissen oder mich damit zu weit strecken. Doch was mir diese Menschen nach Shootings häufig spiegeln, lässt den Gedanken nicht ganz so abwegig erscheinen. So deutlich wie bei Coco war es wohl selten oder nie. Aber genug… Teil vier steht in den Startlöchern.

Fortsetzung folgt…