Frauke










Vergangener Mittwoch. Irgendwo in Krefeld. An der Haustür werden wir von Fraukes Katzen begrüßt. Die eine jagt quer durch die kleine Wohnung, die andere schnuppert kurz an mir und macht es sich dann auf meiner Reisetasche bequem. Soll sie ruhig. Frauke parkt noch schnell das Auto um und ich sehe mir schon einmal die Location für dieses Shooting an.

Zeitsprung: Wie kam es bis zu diesem Punkt? Frauke kennt ihr ja wahrscheinlich schon. Letztes Jahr im Dezember hat sie mich in Halle besucht. Diesmal war ich dran. Als ich am Dienstag auf der Rückreise von Amsterdam noch meine zwei alten Freunde Christian, alias “Der Grieche”, und Jan in Aachen besuche, bin ich gedanklich immer wieder beim Shooting am nächsten Tag. Es wird dunkel und der Grieche, Jan und ich gehen ein, zwei Cider trinken.

Um halb 11 am nächsten Morgen holt mich Frauke in der Nähe der Pontstraße mit ihrem roten Twingo ab, schnell Tanken, dann zur ersten Location. Die will mir nicht so recht gefallen. Nach langem Überlegen, wo man in Aachen sonst auf die Schnelle eine schöne Indoor-Location findet, brechen wir nach Krefeld auf. Auf der Fahrt reden wir viel, der Asphalt rauscht geräuschvoll unter den Reifen, begleitet vom heiseren Heulen des Motors. Wir kommen vor dem Haus der Wahl an, ich trage meine Sachen in den ersten Stock und werde dort von den Katzen begrüßt.

Und da sind wir wieder. Ich habe die Wohnung angesehen, Frauke hat mittlerweile Kaffee für uns beide aufgesetzt und ich schlürfe ihn genüsslich in Gedanken versunken. Werde immer wieder unterbrochen vom hektischen Kater. Dann starten wir mit den ersten Fotos. Wechseln die Location innerhalb der Wohnung und Frauke zieht sich das erste mal für die Kamera aus. Wir tasten uns langsam heran. Vorsichtig hier ein Foto, dann da eins. Alles scheint vertraut. Ganz natürlich. Dann löse ich aus und halte fest, was ich sehe und wahrnehme: innere Ruhe, Selbstbewusstsein, Kraft und nicht zuletzt nackte Haut.

Fortsetzungen folgen…

Frauke V – Teil 2




Mittlerweile verschwimmen die Erinnerungen an den Tag mit Frauke. Aber das Gefühl, das mich, und ich glaube uns beide, dabei begleitet hat, bleibt. Es war eine Mischung aus Freude über das Wiedersehen, die schon entstandenen Fotos und die Situation, die Frauke zu dieser Zeit durchlebte. Also ein Schwanken zwischen Freude, einem, vor allem ihrerseits, Zurückziehen und einer nach innen gekehrten Ruhe, die sich aber im Äußeren widerspiegelte.

Diese äußere Form von Fraukes Gedankenwelt, an der sie mich immer wieder hat teilhaben lassen, versuche ich mit aller Ruhe festzuhalten. Ich fange die Melancholie ein und sie scheint durch meine Kamera aus Fraukes Kopf zu entweichen. Sie sagte mir einige Tage nach dem Shooting, dass sie sich danach sehr viel besser gefühlt hat. Sich von außen zu sehen – durch die Augen eines anderen Menschen – das hat ihr geholfen. Und ich freue mich, dieser Mensch gewesen sein zu dürfen und hoffe, dass wir bald aus fröhlicheren Gründen wieder zusammentreffen und zusammen kreativ sein dürfen.

Danke für dein großes Vertrauen, Frauke!