Frauke II







Vor kurzem wurde ich im Blog von hapa-team als Fotograf des Monats September gefeatured. Jetzt haben sie mir zwei Objektive zukommen lassen, mit denen ich experimentieren darf. Lensbabys sind mir schon seit langem ein Begriff; getestet habe ich allerdings noch nie eines. Zur Auswahl standen mir das Sweet 35 und das Edge 80. Mit letzterem muss ich wohl noch warm werden. Mit dem 35er entstanden die Bilder auf eine ungewohnt vertraute Weise natürlicher. Für Daniel habe ich es, auf seine Nachfrage hin, so formuliert: Es befreit ungemein, damit zu arbeiten – es macht Mut zur Unschärfe. Das Objektiv hat es mir endlich mal möglich gemacht, Unschärfe so zu verwenden, wie ich es mir wünsche.

Ich mag keine Vignetten. Keine übertriebenen Post-Production-Unschärfen. Keine Bouquet-Unwetter. Ich mag es schlicht, ruhig und gerade raus. Aber das Lensbaby kitzelt da etwas aus mir heraus, was ich bisher so nicht kannte, aber in etwa in dieser Form immer schon mal erreichen wollte. Und das freut mich. Es ist ein ganz neuer Ansatz und eine andere Art und Weise, die Welt vor meiner Linse wahrzunehmen und festzuhalten. Vielleicht mache ich Zukunft mal mehr solche Sachen. Je nachdem, wie mir danach ist.

Bei Frauke war mir danach. Ihren Körper, die Ecken und Kanten, die Rundungen und Flächen, das Wesen so zu entdecken war neu für mich. Akt-Shootings hatte ich ja nun schon ein oder zwei. Aber das hier war irgendwie anders. Jedes Drehen, jedes Neigen der Optik gab ein ganz neues Bild preis. Und ich durfte das festhalten. Für mich. Für Frauke und letztendlich für euch.

Während ich das hier schreibe, sitze ich im Colonne Morris in Halle. Hier habe ich Frauke zuletzt vor einem knappen Jahr bei unserem ersten gemeinsamen Shooting fotografiert. Das waren emotionale Fotos und emotionale Momente damals. Aber es war schön. Blicke ich zurück auf das letzte Treffen in Krefeld vor einer Woche, hat sich einiges geändert. Das Selbstbewusstsein, mit dem Frauke vor meiner Kamera liegt und sitzt ist neu. Und es ist gut. Für sie, für die Fotos für mein Gefühl beim Fotografieren.

Ich danke dir noch einmal für dein Vertrauen und sage: Fortsetzung folgt…

Victoria II

victoria_150813_1275
victoria_150813_1305
victoria_150813_1309
victoria_150813_1310
victoria_150813_1316
victoria_150813_1339
victoria_150813_1351
victoria_150813_1376
victoria_150813_1396
victoria_150813_1435
victoria_150813_1440
Als wir auf den Balkon umziehen verfolgt uns die Musik vom Zimmer nach draußen. Victoria hat ihr Outfit gewechselt: Luftiger ist es. Die Haare steckt sie hoch und die Sonnenbrille rundet alles ab. Die Pflanzen in den Töpfen am Balkon erzählen von viel Sonne und wenig Wasser. Der Schweiß auf unseren Körpern deutet vor allem auf ersteres hin. Ich öffne uns zwei Sterni.

Die Kippe glüht, der blaue Rauch steigt langsam in der Windstille auf und ich halte die Momente fest. Gehe näher ran, betrachte wieder das Ganze.

Wir haben Hunger, shooten schon seit mehreren Stunden. Ich gehe in die Küche und setze Nudelwasser auf. Pesto muss jetzt erstmal als Sauce reichen. Studentencuisine für zwischendurch.
Während das Wasser da so alleine, dann mit Nudelgesellschaft, vor sich hin brodelt, setze ich mich ans Fenster und banne meinen Ausblick noch mit ein paar Schüssen auf den Chip.
Dann gibt’s Essen und wir belassen es mit den Fotos damit, schnappen uns unser Bier und sehen uns danach am PC an, was wir da so fabriziert haben.

Vielen Dank, Victoria. Es war mir ein Fest.

Victoria









Bevor ich für zwei Wochen meine Heimat besuchte, habe ich Victoria auf der allseits bekannten, blau-weißen Social-Media-Plattform entdeckt. Also: kurzerhand angeschrieben, eine positive Antwort bekommen und “Mitte, Ende August” als Shooting-Datum ausgemacht. Vor vier Tagen schreibt mir dann Victoria, ob ich am nächsten Tag Zeit für ein Shooting mit ihr hätte. Ja, hatte ich. Und ich bin sehr sehr froh darüber. In der Nacht davor bin ich aus der Heimat wiedergekommen.

Als Victoria hier ankommt, ist die Bude brütend warm. Ich koche Kaffee, Victoria breitet ihre Outfits aus. Als wir die Fenster öffnen, schleicht uns ein sanfter Lufthauch wie eine unsichtbare Katze um die Beine. Angenehm. Das Licht ist schnell eingerichtet, das Outfit ausgesucht und Victoria locker. Ich bin noch etwas unsicher, nach knapp fünf Monaten Shooting-Pause. Die Kamera liegt schwer in meinen warmen Händen. Victoria schlägt die großen Augen auf und ich löse aus. Da ist es wieder, das gute Gefühl. Die innere Ruhe. Die Begeisterung. Die Faszination am Licht, an der Fotografie.
Wie konnte ich das nur so lange so schleifen lassen?

Wir unterhalten uns. Hier und da Gesprächsfetzen. Im Hintergrund läuft Musik von AnnenMayKantereit und Derrick Morgan mal lauter, mal leiser. Kaffee, Mate und Wasser sorgen dafür, dass die Kehle nicht zur Rosine wird, die unsichtbare Katze lässt einen immer wieder einen Anflug von Kühle spüren.

Nachdem in den letzten Wochen viel abseits der Fotografie passiert ist, “malu” wurde ausgezeichnet, Interviews wurden gegeben, Menschen getroffen, Aufträge bearbeitet, tut es gut, mit Victoria wieder zur Fotografie zurück zu finden. Manchmal ist die Zukunftsplanung eben wichtiger als die Leidenschaft. Und für meine Zukunft hat sich und habe ich in den letzten Wochen und Monaten viel getan. Das tut gut und beruhigt ungemein. Jetzt den Bachelor anpacken und hoffentlich nebenbei viel viel viel fotografieren.

Fortsetzung folgt… ;)