Carolin








Carolin und ich haben uns vor einiger Zeit sozusagen auf dem Laufsteg kennengelernt. Damals hatte Carolin noch lange Haare. Und einfach so, weil sie es in ihrem Leben einmal machen wollte, schnitt sie sich die Mähne eines Tages ratzeputz ab. Kurz vor unserem Shooting hatte sie sich allerdings schon wieder dazu entschieden, die Haare wieder wachsen zu lassen. Zwei Zentimeter hatte sie bis zu diesem Tag etwa geschafft.

Als wir die ersten Fotos gemacht haben stellen wir beide fest, dass von diesen zwei Zentimetern 1,7 wieder weichen müssen. Fünf Minuten später stehen wir in Carolins Bad und ich schiebe den brummenden Rasierer in gleichmäßigen Bahnen über ihren Kopf während wir reden. Danach gehen wir wieder in ihr Zimmer. Durch das große Fenster fällt das kühle Licht des verregneten Tages weich in den Raum.

Carolin ertastet die samtig raue Struktur ihrer Couch. Die Wärme der nackten Haut ihrer Arme bricht das kühl abstrahlende Licht. Gemeinsam tasten wir uns Schritt für Schritt auf die Couch vor. Carolin vor, ich hinter der Kamera. Als sie sich das erste Mal auf das Sofa setzt strahlt Carolin eine Selbstsicherheit aus, wie ich sie in diesem Shooting von ihr noch nicht kannte. Aber sie bleibt zwischen den Zeilen des Schweigens trotzdem subtil mit Carolins ruhiger Ausstrahlung verwoben. Dieses dichte atmosphärische Geflecht, gepaart mit der Durchdringung des flächenhaft angeschnittenen Arrangements, macht für mich den Reiz dieser Serie mit diesem außergewöhnlichen Menschen aus.

Vielen Dank für dein Vertrauen Carolin.

Fotoportfolio 2016 — 2017

 

Manchmal braucht es einen Anlass, damit man sich endlich zu etwas durchringt. In meinem Fall war es die Verleihung des GoSee Awards 2017 in Berlin, bei dem ich mit der Serie “Strangers” von Alex und Malou Silber in der Kategorie Nude gewann. Vor Ort durfte jede*r Teilnehmer*in sein / ihr Portfolio präsentieren. Als ich das erfuhr, hatte ich noch etwa 6 Tage Zeit, um ein komplettes Portfolio zusammenzustellen und drucken zu lassen. Also ran an den Speck.

Die Auswahl der Fotos dauerte zwei oder drei Tage. Dabei flogen einige Fotos raus, die ich bisher in meinem Portfolio als unverzichtbar ansah. Andere, zum Teil unveröffentlichte, Fotos und Serien schafften es quasi posthum in das 112 Seiten starke Buch. Sich bei seiner Fotoauswahl einzuschränken ist wohl eine der schwersten Übungen für jede*n Fotograf*in. Für dieses Portfolio fiel es mir jedoch überraschend leicht, mich von einzelnen Fotos oder ganzen Serien zu trennen. Vielleicht auch, weil ich im Voraus den Anspruch auf Vollständigkeit ausgeschlossen und mich auf die letzten zwei Jahre beschränkt habe.

Nicht weniger schwierig ist es, den richtigen Duktus in der Abfolge der Bilder zu finden. Sortiere ich meine Fotos chronologisch, thematisch, nach Farbigkeit oder Ort? Ich habe mich letztendlich gegen jegliche augenscheinlich logische Struktur entschieden und nach Gefühl die Bilder in das Layout einfließen lassen, sodass beim Durchblättern keine Langeweile entsteht und man immer wieder die Augen auf ruhigeren Seiten entspannen kann. Dafür gönne ich den Fotos auf den Collagen-Seiten mal mehr und mal weniger Weißraum.

 

 

 

In dem Buch findet sich auch noch ein Kapitel, das von mir im Netz so gut wie gar nicht bekannt ist: Meine Reisedokumentationen. Auf meinen Trips durch die USA und Russland entstanden in den letzten zwei Jahren viele Fotos, die ich bisher nie veröffentlicht habe. Vielleicht sollte ich das demänchst mal tun. Denn sie gehören ebenso zu meiner Fotografie, wie meine Porträts.

Typografisch habe ich mich so weit wie möglich reduziert. Am unteren Rand aller Seiten findet man das jeweilige Model, den Ort und das Entstehungsjahr. Bei den Reise-Fotos steht hier ggf. noch eine kleine Info zum Kontext. Die Kapitel werden durch schwarze Seiten mit weißer Schrift getrennt. Lediglich im Vorspann findet man mehr Text, in dem ich kurz etwas über mich und meine Art zu Fotografieren erzähle. Das Porträt von mir hat Nico Ackermeier 2015 auf Rügen geschossen.

 

 

 

Den Band habe ich als Einzelstück bei Saal Digital für etwa 120 Euro drucken lassen. Trotz einer angegebenen, zu erwartenden Lieferzeit von 4 bis 5 Tagen per Express, habe ich es an einem Freitag bestellt und zu meiner Überraschung und Freude am nächsten Tag erhalten. Beim Umschlag habe ich mich für mattes Papier entschieden, das laut Herstellerangabe nicht für dunkle Motive geeignet ist. Ich habe mit dem, in Teilen doch sehr dunklen, Umschlagbild keine Probleme feststellen können. Haptisch changiert das Papier in einem interessanten Spiel, irgendwo zwischen Gummi und Papier. Die Oberfläche ist relativ Unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken oder Kratzern und macht einen wunderbar hochwertigen Eindruck.

Die Innenseiten sind ebenfalls auf mattem, aber leicht strukturiertem und seidig glänzendem Papier gedruckt. Für die Fotos, die Farben, Kontraste und Schärfe ist das optimal. Man erkennt das Filmkorn der Bilder und an den Kanten zum Weiß des Papiers ist keine Unschärfe oder gar ein Farbversatz zu entdecken. Für längere Fließtexte ist das Papier nicht perfekt, aber gut. Ich würde keinen Roman darauf drucken. Aber für diesen Zweck ist es top.
Durch die Layflat-Bindung konnte ich große Querformate mit gutem Gewissen auch doppelseitig platzieren, ohne dass Elemente in der Bildmitte durch einen tiefen Falz verloren gehen. Die leichte Kante, die durch das Falzen unweigerlich entsteht stört mich persönlich nicht.

In Berlin ging das Buch durch viele Hände. Darunter hat der Einband bereits etwas gelitten. Besonders die Falzstelle des Buchdeckels und -rückens. Hier hätte ich mir etwas mehr Langlebigkeit erhofft.

Ab jetzt werde ich wohl jedes Jahr einen Bildband zusammenstellen. Es ist einfach ein gutes Gefühl, seine Fotos gedruckt zu sehen und in den Händen halten zu können.

Annemarie V








Der Sommer ist mittlerweile lange vorbei. Die Temperaturen lassen die Niederschläge zu Schnee werden und auf den Straßen tritt sich matschig das Laub der nun kahlen Bäume fest. Dieser Trübe setze ich warme Bilder entgegen. Annemarie genießt im vergangenen Juli auf dem Balkon die Nachmittagssonne. Die Haut ist leicht gebräunt, die Haare wehen im sanften Wind. In der Küche nimmt Annemarie noch einen Schluck Wasser aus dem halb vollen Glas und macht es sich bequem. Ich begleite sie mit der Kamera.

Was ich sonst noch so zu diesen Bildern zu erzählen habe, findet Ihr auf Seite 204 / 205 im Buch.
Diese Serie ist eine der wenigen, wenn nicht sogar die erste, aus der anderweitig Bilder veröffentlicht wurden, bevor ich sie auf meinem Blog und meiner Seite zeige.

Seit gestern darf ich außerdem den Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt als dritte Auszeichnung für meinen Film “malu” zu meinen Preisen zählen. Yeah! An dieser Stelle auch noch einmal ein fettes Dankeschön an das ganze Filmteam und auch an die Jury des Videopreises.

Bleisatz – Dufte!


So. Diesmal geht es wieder gesitteter zu, als im letzten Artikel. Die letzten zwei Tage habe ich mit Komilitonen in der Bleisatzwerkstatt der Uni verbracht. Eine ganz neue Erfahrung hinsichtlich Typografie und dem ursprünglichen Handwerk des Schriftsetzers. Es macht unbeschreiblich und überraschend viel Spaß, die einzelnen Buchstaben aus dem Setzkasten im Winkelhaken und dann auf dem Setzschiff anzuordnen. Schon aus meiner Berufsschulzeit waren mir die großen Schränke mit diversen Schriften bekannt. Die Möglichkeit damit richtig zu arbeiten, hatte ich allerdings noch nie. Jede Schrift belegt mindestens einen Schrank und dann wird noch unterteilt in fett, mild oder fein, sowie nach Größen zwischen 6 und 72 Punkt. Arbeiten im Museum könnte man meinen.

Nachdem die Klischees dann gesetzt und fertig verschnürt sind, wird jede Karte einzeln gedruckt. Hierbei entsteht durch das Hochdruckverfahren eine dezente Prägung. Das Druckergebnis kann sich sehen lassen und besticht durch eine einzigartige Qualität. Ein unbeschreibliches Erlebnis, das unbedingt wiederholt werden muss. Dringend!

Entstanden sind Visitenkarten für meinereiner, sowie, in Zusammenarbeit mit meiner Komilitonin Laura, diverse Karten mit kleinen Aussagen darauf. Hier werden eventuell noch mehr Varianten mit anderen Aussagen folgen.
Zum allgemeinen Verteilen.
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Sticky TV


Vor ca. einem Jahr habe ich angefangen meinen “verstorbenen” Fernseher mit Aufklebern zu bekleben. Zuerst war es nur ein Broilers-Aufkleber auf der Mattscheibe. Es folgten Skate-Aufkleber von Burn in Aachen und nach und nach brachten mir auch Freunde immer mehr Aufkleber mit. Nachdem ich mich auf dem Vainstream dick mit Giveaways eingedeckt hatte, konnte ich auch diese Aufkleber nicht von meinem Fernseher lassen.
Hier wollte ich jetzt erstmals einen Zwischenstand der Aktion zeigen. Es wird so schnell kein Ende nehmen. Wer noch weitere Aufkleber hat, kann mich kontaktieren und mir diese gerne auch zuschicken. Fotos davon gibt es dann selbstverständlich ;)
Und falls die Frage aufkommt, wie ich denn dann fern sehe… Die Antwort ist: Gar nicht!

Durex Baby

Ich kann nicht widerstehen und muss dieses Video auch noch posten.
Durex zeigt in diesem Video sein großartiges Konzept, das über eine iPhone-App funktioniert und ein Baby simuliert um das man sich kümmern muss.
Als wäre das noch nicht genug, wird die Geburt des Babys, die durch das Aneinanderreiben zweier iPhones herbeigeführt wird, auch in facebook veröffentlicht. Inklusive der dazugehörigen Erinnerungen an Geburtstage und Co.
Der einzige Weg dieses Baby wieder “loszuwerden” ist, sich eine Packung Durex Kondome zu kaufen, den Code auf dieser Packung mit dem iPhone zu scannen und somit das Kondom virtuell über das iPhone zu streifen.
Ein großartiges Konzept, das hoffentlich auch in der Praxis so gut funktioniert wie es aussieht.

Durex Baby from Peter Ammentorp on Vimeo.

adidas Originals – Star Wars

adidas hat sich viele viele Stars wie David Beckham, Daft Punk, Snoop Dogg, Franz Beckenbauer und viele mehr geschnappt, um diese in einem gut zweiminütigen Werbespot für die adidas Originals-Reihe in die Star Wars Kantine zu stecken.
Kommentar von adidas: “adidas Originals invites you to join David Beckham, Daft Punk, Snoop Dogg, Franz Beckenbauer, Noel Gallagher, Ian Brown, Ciara, Jay Baruchel, DJ Neil Armstrong and some of your dear, old friends for an intergalactic 2010 FIFA World Cup™ viewing party that you’ll never forget.”

Logo-Design “Badtime Stories”

Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern. In Facebook wird schon ordentlich für das neue Logo der oberpfälzischen Punk-Rock-Band “Badtime Stories” geworben.
Es ist noch taufrisch und noch nicht mal auf der MySpace-Seite der Band präsentiert worden, aber angesichts der Reaktionen ein durchschlagender Erfolg.

Die Band gab mir eine Art Image-Text, in dem sie beschrieben, wie sie ihre Band sehen und sich selbst verstehen. Daraus ging hervor, dass das Logo einen Bezug zu Märchen haben soll oder eben zu Badtime Storys, was so viel heißt wie böse Gutenacht-Geschichte. Nur recht böse musste es sein, wobei die Öffentlichkeintstauglichkeit nicht verloren gehen sollte.

Zu meinem Entwurf kam ich nach einiger Überlegung über das bekannte Märchen “Schneewittchen”, das einen vergifteten Apfel isst. Ich denke das brauche ich hier nicht weiter ausführen ;) Jedenfalls nimmt der Apfel Bezug auf dieses Märchen und wird durch das Blut drastisch verschärft.

Wer hören will, wie sich die Band anhört, die hinter diesem Logo steckt, kann das auf ihrem MySpace-Profil erfahren.
Zum Myspace-Profil der Band…