Doppelbelichtungen – Teil 1



Seit ungefähr drei Jahren steht nun die wunderbare Linhof Technika 70 in meiner Sammlung. Und bisher habe ich sie nie richtig eingesetzt. Mal hier, mal da. Aber in den letzten Monaten habe ich bei jedem Shooting eine Doppelbelichtung der Models gemacht. Das erfordert Zeit, das erfordert Geduld und reichlich Stillhaltevermögen auf Seiten der Models. Da mir der Rangefinder fehlt, muss ich über das Mattscheiben-Rückteil alles einstellen, dieses dann durch das Superrollex-Film-Rückteil austauschen und dann auslösen. Das kann schon mal so seine Zeit in Anspruch nehmen. Aber alle haben tapfer durchgehalten und geduldig gewartet.

Die Idee der Doppelbelichtung ist keine neue, aber immer wieder eine wunderbare. Ich bin fasziniert von den kippbilder-artigen Aufnahmen, deren Ergebnis immer nur zu einem Teil vorhersehbar und planbar ist. Mal sieht man die eine, mal die andere Aufnahme in einem Bild. Ein ebenso einfacher, wie beeinruckender Effekt. Natürlich nur echt als Analog-Aufnahme. Wenn man dann die 6 x 9 cm großen Negative in der Hand hält ist das ein schöner Moment. Vor allem nach dieser langen Zeit, die er im Rückteil verbracht hat. Großbild hat immer seine ganz eigene Faszination.

Danke an Sarah und Sabine.

Festgehalten auf Ilford XP2

Sabine III





Das letzte (digitale) Set aus dem schönen, lockeren Shooting mit Biene. Vielen Dank für deinen Einsatz und die gute Laune.
Was ich bisher in den Texten zu diesem Shooting noch nicht erwähnt habe: Biene und ich hatten uns bereits sehr spontan am Freitag vor dem Shooting für Fotos getroffen. Eigentlich sollte das schon das eigentliche Shooting werden. Wir haben allerdings beschlossen, dass da noch mehr drin ist und uns am Tag darauf noch einmal getroffen; und wir sind froh, dass wir das getan haben.

Sabine






Kurz vor Ende des letzten Jahres habe ich Biene gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, mal vor meiner Kamera zu stehen. Ein paar Wochen sind vergangen und – zack bumms – ehe man sichs versieht, stehen wir zwei an einem sonnigen Samstag Nachmittag auf einer Kreuzung irgendwo im Hallenser Paulusviertel.

Der Asphalt bedeckt nur noch spärlich die glänzenden Pflastersteine, zwischen denen die Sonne Muster und Raster aus tiefschwarzen Schatten malt. Die Autos, die doch recht zahlreich aus allen Himmelsrichtungen anfahren, versuchen wir nach und nach immer mehr zu ignorieren. Sie umfahren uns und werfen uns mal grimmige, mal verwunderte und oft auch freundlich lächelnde Blicke zu.

Die Stimmung am “Set” ist locker und wir haben viel zu lachen. Zwischendrin holen wir uns einen Kaffee im Colonne Morris um die Ecke und shooten dann weiter. Langsam wird es frisch und die Sonne nähert sich den Spitzen der Hausdächer.

Doch kurz bevor das Licht uns verlässt, zieht Biene noch den Mantel und den Pulli aus. Wie das dann aussieht, seht ihr nach der nächsten Maus… ;)