Schallfeld

Jörg von Schallfeld lernte ich vor ein paar Monaten über einen Freund kennen. Anlass war, dass ich drigend professionell produzierte Musik für meinen Film “The Inner I” benötigte und Jörg mit Schallfeld ein paar Tage vorher schon live gehört hatte. Innerhalb kürzester Zeit bekam ich einige Entwürfe für den Soundtrack und über die folgenden Wochen brachten Schallfeld den Song zum finalen Mix, der perfekt zu meinem Film passt.  (Mastering: Friedrich Betz)

Als kleine Gegenleistung für die Musik vereinbarten wir unter anderem ein kleines Fotoshooting für einige neue Promo-Fotos. Gestern Abend trafen wir uns dann im Studio von Philipp und Jörg, besprachen uns kurz und streiften dann durch den anliegenden Innenhof. Eine Stunde später waren verschiedene kleine Sets im Kasten und wir schlossen den Abend mit einem gemeinsamen Bierchen ab. Vielen Dank!

Schallfeld auf Soundcloud

Fotoportfolio 2016 — 2017

 

Manchmal braucht es einen Anlass, damit man sich endlich zu etwas durchringt. In meinem Fall war es die Verleihung des GoSee Awards 2017 in Berlin, bei dem ich mit der Serie “Strangers” von Alex und Malou Silber in der Kategorie Nude gewann. Vor Ort durfte jede*r Teilnehmer*in sein / ihr Portfolio präsentieren. Als ich das erfuhr, hatte ich noch etwa 6 Tage Zeit, um ein komplettes Portfolio zusammenzustellen und drucken zu lassen. Also ran an den Speck.

Die Auswahl der Fotos dauerte zwei oder drei Tage. Dabei flogen einige Fotos raus, die ich bisher in meinem Portfolio als unverzichtbar ansah. Andere, zum Teil unveröffentlichte, Fotos und Serien schafften es quasi posthum in das 112 Seiten starke Buch. Sich bei seiner Fotoauswahl einzuschränken ist wohl eine der schwersten Übungen für jede*n Fotograf*in. Für dieses Portfolio fiel es mir jedoch überraschend leicht, mich von einzelnen Fotos oder ganzen Serien zu trennen. Vielleicht auch, weil ich im Voraus den Anspruch auf Vollständigkeit ausgeschlossen und mich auf die letzten zwei Jahre beschränkt habe.

Nicht weniger schwierig ist es, den richtigen Duktus in der Abfolge der Bilder zu finden. Sortiere ich meine Fotos chronologisch, thematisch, nach Farbigkeit oder Ort? Ich habe mich letztendlich gegen jegliche augenscheinlich logische Struktur entschieden und nach Gefühl die Bilder in das Layout einfließen lassen, sodass beim Durchblättern keine Langeweile entsteht und man immer wieder die Augen auf ruhigeren Seiten entspannen kann. Dafür gönne ich den Fotos auf den Collagen-Seiten mal mehr und mal weniger Weißraum.

 

 

 

In dem Buch findet sich auch noch ein Kapitel, das von mir im Netz so gut wie gar nicht bekannt ist: Meine Reisedokumentationen. Auf meinen Trips durch die USA und Russland entstanden in den letzten zwei Jahren viele Fotos, die ich bisher nie veröffentlicht habe. Vielleicht sollte ich das demänchst mal tun. Denn sie gehören ebenso zu meiner Fotografie, wie meine Porträts.

Typografisch habe ich mich so weit wie möglich reduziert. Am unteren Rand aller Seiten findet man das jeweilige Model, den Ort und das Entstehungsjahr. Bei den Reise-Fotos steht hier ggf. noch eine kleine Info zum Kontext. Die Kapitel werden durch schwarze Seiten mit weißer Schrift getrennt. Lediglich im Vorspann findet man mehr Text, in dem ich kurz etwas über mich und meine Art zu Fotografieren erzähle. Das Porträt von mir hat Nico Ackermeier 2015 auf Rügen geschossen.

 

 

 

Den Band habe ich als Einzelstück bei Saal Digital für etwa 120 Euro drucken lassen. Trotz einer angegebenen, zu erwartenden Lieferzeit von 4 bis 5 Tagen per Express, habe ich es an einem Freitag bestellt und zu meiner Überraschung und Freude am nächsten Tag erhalten. Beim Umschlag habe ich mich für mattes Papier entschieden, das laut Herstellerangabe nicht für dunkle Motive geeignet ist. Ich habe mit dem, in Teilen doch sehr dunklen, Umschlagbild keine Probleme feststellen können. Haptisch changiert das Papier in einem interessanten Spiel, irgendwo zwischen Gummi und Papier. Die Oberfläche ist relativ Unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken oder Kratzern und macht einen wunderbar hochwertigen Eindruck.

Die Innenseiten sind ebenfalls auf mattem, aber leicht strukturiertem und seidig glänzendem Papier gedruckt. Für die Fotos, die Farben, Kontraste und Schärfe ist das optimal. Man erkennt das Filmkorn der Bilder und an den Kanten zum Weiß des Papiers ist keine Unschärfe oder gar ein Farbversatz zu entdecken. Für längere Fließtexte ist das Papier nicht perfekt, aber gut. Ich würde keinen Roman darauf drucken. Aber für diesen Zweck ist es top.
Durch die Layflat-Bindung konnte ich große Querformate mit gutem Gewissen auch doppelseitig platzieren, ohne dass Elemente in der Bildmitte durch einen tiefen Falz verloren gehen. Die leichte Kante, die durch das Falzen unweigerlich entsteht stört mich persönlich nicht.

In Berlin ging das Buch durch viele Hände. Darunter hat der Einband bereits etwas gelitten. Besonders die Falzstelle des Buchdeckels und -rückens. Hier hätte ich mir etwas mehr Langlebigkeit erhofft.

Ab jetzt werde ich wohl jedes Jahr einen Bildband zusammenstellen. Es ist einfach ein gutes Gefühl, seine Fotos gedruckt zu sehen und in den Händen halten zu können.

Annemarie III







Das Shooting mit Annemarie liegt nun mittlerweile mehrere Wochen, ja schon Monate zurück. Wie eine halbe Ewigkeit fühlt es sich an. In der Zwischenzeit ist – zumindest fotografisch – nicht allzu viel passiert. Dafür umsomehr abseits davon. Zwischenzeitlich war ich eine Woche in Amsterdam auf einer Messe arbeiten und durfte eine Woche später für sieben Tage Seattle besuchen. Nebenbei habe ich verschiedene interessante Gespräche mit interessanten Menschen geführt und bin nun gespannt, was die nächsten Monate für mich bereit halten. Bisher kann ich mich jedenfalls nicht beschweren.

Nun aber zurück zu Annemarie. Zu unserem Shooting. Nachdem Annemarie und ich uns auf dem Balkon zum Hinterhof eine Pause in der Sonne gegönnt haben, gehen wir ins Schlafzimmer der Altbauwohnung mit den hohen Decken und den großen alten Doppelfenstern. Die Luft im Zimmer legt sich warm und dick um die noch wärmere Haut. Annemarie setzt sich unter das geöffnete Fenster zum Hof, durch das die warme Sommerluft hineinsickert. Annemarie lehnt sich ans Fensterbrett und genießt die Momente der Ruhe, während ich sie dabei fotografiere.

PS: Am 31.10. erscheint das Buch “Das authentische Porträt”, in dem einige meiner Fotos neben denen einiger anderer wunderbarer FotografInnen abgedruckt sind. Dazu erzähle ich immer etwas zur Entstehungsgeschichte. Sowohl technisch als auch hinsichtlich meiner Herangehensweise bei einem Shooting. Ihr könnt den etwa 300 Seiten starken Schinken jetzt schon hier beim Rheinwerk Verlag vorbestellen. Außerdem werde ich nach Erscheinen ein Exemplar verlosen. :)