Vincent Littlehat V







Über ein Jahr ist es schon her, dass ich dieses Set mit der wunderbaren Vincent Littlehat geshootet habe. Ihr Freigeist und das vollkommene Ausklammern von möglichen gesellschaftlich auferlegten Normen inspirieren mich immer wieder. Die daraus sprießende Kreativität tut meinen Shootings gut. Ich versuche immer wieder ein bisschen Kontrolle abzugeben. Und das fällt bei ihr besonders leicht.

Es war ein schönes Wiedersehen und wir haben uns schon lose für das nächste Mal verabredet. Ich bin gespannt und freue mich darauf.

Vincent Littlehat IV


Was soll ich zu Vincent noch viel schreiben? Zu diesem Tag? Zu diesem Shooting? Die Stunden vergehen wie im Flug. Wir überziehen die vereinbarte Zeit und haben dabei großen Spaß. Ich entdecke wieder und wieder die vielen Gründe, die mich an die Fotografie fesseln. Diese Szenen im Kopf zu erleben, in Realität zu sehen und durch die Kamera neu zu erfinden und vermeintlich zu dokumentieren. Es ist diese Grenze zwischen Bild und Abbild, die schon Sigfried Kracauer und Walter Benjamin diskutieren. Ist es echt, was ich da zeige oder nur ein Zerrbild meiner Fantasie, dargestellt durch mehr oder weniger willkürliche Arrangements?

Eine Frage, die mich schon seit sehr langer Zeit begleitet und immer wieder aufs Neue fasziniert. Ich denke, es ist unmöglich, die Realität wiederzugeben. Manchmal frage ich mich, ob ich daher nicht eigentlich viel abstrakter und experimenteller werden müsste. Oder ob ich mich weiter versuche, der Authentizität anzunähern, die in ihrer Vollendung immer unerreichbar bleiben wird. Lohnt es sich, diesen Anspruch weiter zu verfolgen oder sollte ich eigentlich noch viel mehr „Realität“ konstruieren? Beides ist spannend, birgt seine Reize und Schattenseiten. Am Ende bleibt festzuhalten: Ich muss viel viel mehr machen. Mehr Fotos. Mehr Menschen treffen und kennenlernen. Dann kann ich den Antworten auf diese Fragen vielleicht ein Stück näher kommen.

Frohe Weihnachten!

Vincent Littlehat III


Vincent und ich gehen bei unserem Shooting im Februar in die Küche. Auch hier: 70er-Alarm. Schön. Schön blau auch. Das Hemd, das Vincent trägt wirkt wie eine folkloristische Weste aus Osteuropa. Die klaren Linien der Küche und der minimalen Einrichtung setzen dem fast opulenten Muster mit aller Kraft ihre Schlichtheit entgegen. Und Vince? Die ist ganz bei sich und der Kamera. Albert rum und verliert sich wieder mit ihren Blicken in der Ferne ihrer Gedanken.

Vincent Littlehat II


Vor Vincent ist nichts sicher. Auch nicht die Schallplattensammlung unseres Hosts. Mit aller Vorsicht und großem Interesse inspiziert Vincent das Vinyl, macht es sich auf dem Kissen in der Ecke bequem. Zwischendrin erklärt sie mir ihre Halbbildkamera voller Liebe zu dieser Technik und der damit schon erlebten Reisen durch die Welt.

Vincent Littlehat






 



Shootingtour, Februar 2017. Meine Letzte Fahrt führt mich von Hamburg nach Berlin. Alte Freunde aus Aachen nehmen mich in ihrer gemütlichen Wohnung in Prenzlberg auf. Von dort aus starte ich am 08. Februar in eine Wohnung irgendwo in Berlin, um dort Vincent zu treffen.

Im Dezember 2012 haben wir schon zusammen geshootet. Die besondere Ausstrahlung, der fesselnde Blick, der sich mit einem abschweifenden, fast entrückten Sehen in die Ferne abwechselt. Manchmal durch die Kamera hindurch. Ein anderes Mal weckt etwas im Raum Vincents Aufmerksamkeit und muss im besten Fall direkt inspiziert werden. Dieses schwimmen zwischen spielerischem Umgang mit der Umwelt und der absoluten Sicherheit ihrerselbst macht die Arbeit mit Vince so besonders.

Kurz nachdem wir in der Wohnung angekomen sind, schmeißt sich Vincent in ihre selbst genähte Latzhose und macht es sich auf und vor dem Sofa bequem.

Xenia Avenir – Analog



Ich eröffne eine kleine Reihe von Linhof-Fotos mit Fotos, die schon seit langer Zeit auf meinem Rechner schlummern und die ich schon fast vergessen hatte. Die Linhof Technika 70, die ich vor ca. zwei Jahren bekommen habe, eröffnet mir eine neue Welt der Fotografie. Ein neues Gefühl und neue Wege, die ich gehen darf. Dieser Film hier war der erste, den ich mit dieser Kamera durchgeschossen habe und ich war sehr glücklich über diese beiden Ergebnisse. Der Tilt-Shift-Effekt ist zwar, durch die modellhaft anmutenden Stadt-Fotos, etwas überreizt worden, trotzdem finde ich, dass er für Portraits ein wunderbares Stilmittel abgibt, das es für mich in Zukunft noch zu erkunden gilt…

Es ist doch immer wieder schön, wenn man nur so wenig Fotos pro Film zur Verfügung hat und dabei dann gute Sachen entstehen. Bei acht Fotos pro 120 mm-Film überlegt man sich recht genau, wie man das Bild arrangiert. Da geht noch mehr und ich bin gespannt, wie das aussieht…

Xenia Avenir @ Friedrichstraße



Berlin 28. September 2012.
Nachdem wir schon Wochen im Vorraus über dieses Shooting reden, uns austauschen, Outfits und Make-Up aussuchen geht es jetzt endlich los. Gerade einmal 20 Minuten brauchen wir für das erste Set – Instantfotoharmonie in der Friedrichstraße sozusagen. Et fluppt. Trotz grapschendem Teenie-Jungen und zumeist bewundernden Blicken läuft es auf Anhieb. Die Stimmung ist gut: locker und ungezwungen. Das versuche ich mit der Kamera einzufangen. Set eins von … vielen, gibt einen ersten Einblick. Beim nächsten Set geht es unter die Erde.