Katja III

Fast hätten wir den Tag Tag sein lassen und das Shooting beendet. Mit wunderbaren Ergebnissen in der Tasche und guten Gesprächen in Erinnerung. Aber da war noch etwas. Irgendwas hat uns noch einmal in das Schlafzimmer gezogen. Die Niesche, in der wir das Shooting an diesem kühlen Tag in Hamburg begonnen hatten. Jetzt waren wir allerdings miteinander aufgetaut. Die innere Nähe, die ich bei jedem Shooting suche, um mit meinen Fotos nah an die Menschen heranzukommen, war greifbar. Und Jana hat sich noch einmal auf das Schafsfell in der kleinen Ecke gelegt. Von draußen scheint noch das letzte blaue Licht der langsam untergehenden Sonne herein und ergießt sich über Katjas nackten Oberkörper. Betont Rippenbögen und Hüftknochen. Zeigt sowohl Kraft als auch Verletzlichkeit in Katjas Gesicht. Ohne, dass sie dabei einen Blick in die Kamera preisgibt.

Nach diesem letzten Set unterhalten wir uns noch einige Zeit in Katjas Wohnzimmer, bis es draußen dunkel wird und ich meine Sachen packe.

Ich danke dir für dieses schöne Shooting und dein großes Vertrauen, liebe Katja. Bis bald.

Celina II

Bevor wir das zuletzt veröffentlichte Set shooten und dafür das Haus verlassen, machen meine alte Freundin Celina und ich es uns in der Küche gemütlich. Kaffee und, zumindest für sie, Kippen. Das Wetter lässt uns schon einen kleinen Vorgeschmack auf den nicht mehr all zu fernen Sommer probieren. Es ist der erste Februartag, doch die Temperaturen sind mild. Durch die offene Küchentür kommt kühle Luft in die Wohnung. Zusammen mit weichem Licht, das in Celinas markantem Gesicht sanft die klaren Kanten definiert.

Vincent Littlehat






 



Shootingtour, Februar 2017. Meine Letzte Fahrt führt mich von Hamburg nach Berlin. Alte Freunde aus Aachen nehmen mich in ihrer gemütlichen Wohnung in Prenzlberg auf. Von dort aus starte ich am 08. Februar in eine Wohnung irgendwo in Berlin, um dort Vincent zu treffen.

Im Dezember 2012 haben wir schon zusammen geshootet. Die besondere Ausstrahlung, der fesselnde Blick, der sich mit einem abschweifenden, fast entrückten Sehen in die Ferne abwechselt. Manchmal durch die Kamera hindurch. Ein anderes Mal weckt etwas im Raum Vincents Aufmerksamkeit und muss im besten Fall direkt inspiziert werden. Dieses schwimmen zwischen spielerischem Umgang mit der Umwelt und der absoluten Sicherheit ihrerselbst macht die Arbeit mit Vince so besonders.

Kurz nachdem wir in der Wohnung angekomen sind, schmeißt sich Vincent in ihre selbst genähte Latzhose und macht es sich auf und vor dem Sofa bequem.

Jana III



 

Wir bleiben auf dem Boden. Ich greife mir eine Leiter und begebe mich ein paar Stufen höher, um mich über Jana zu beugen, die auf dem kühlen, abgewetzten und durch unzählige Schuhe zerschundenen, Boden liegt.

Die klaren Kanten ihres schlanken Körpers werden, trotz des nur schwachen Lichts des kleinen Fensters, klar definiert. Fast ätherisch wirkt Jana, wie sie in dem weißen Body auf dem Wald aus gesägtem Holz liegt – fast elfenhaft.

Wilma III


Hinter Wilma erstreckt sich die gefrostete und ziegelrote Dächerlandschaft Halles. Nur der breit hinter ihrem Kopf ausgebreitete Schal verdeckt mir für einen kurzen Moment die Sicht auf dieses schöne Panorama. Aber dieser Moment reicht, um mich zu fesseln. Der Schal legt sich weich und fließend um die Schultern. Um den Kopf und vor das Gesicht. Die hell strahlenden und großen Augen blicken mich durch die Kamera an.

Der dunkle Schal bildet im matten Licht der nebelgetrübten Sonne einen wunderbaren Kontrast zu Wilmas heller Haut und den, jetzt noch intensiver leuchtenden, Augen. Die raue Textur steht den markenten Gesichtszügen gegenüber und wird vom stillen Begleiter zum prägenden Inhalt.

Danke für dein Vertrauen, liebe Wilma. Es war ein wunderschöner, kalter Morgen auf eurem Dach. Jetzt wird es langsam wieder wärmer und der Frühling zieht ein in Halle.
Bis bald!