Anne

Anders als der Nebel, den ich gerade über dem Thüringischen Land vor meinem Zugfenster sehe sind die Bilder mit Anne klar. Das kräftige Licht der Abendsonne scheint hell in die Räume des Eiermann-Baus in Apolda. Die ebenso klaren Linien der fast hundert Jahre alten Architektur haben mich schon beim ersten Betreten wenige Tage zuvor fasziniert. Annes Anfrage kam da wie gerufen. Ich sah sie vor meinem geistigen Auge schon im Licht stehen und von den scharfkantigen Schatten förmlich an- und durchgeschnitten im Raum stehen. Es ist warm an diesem Mittwoch im August und wir beiden kommen in dem großen Raum ins Schwitzen. Ich mag den Glanz menschlicher Haut im Sommer auf meinen Fotos. Er erzählt manchmal mehr als stumpf gepuderte Haut.

Leo + Alex

Vor einiger Zeit kamen Alex und Leo auf mich zu, inspiriert von meiner Strangers-Serie von 2016. Die beiden Freundinnen wollten zusammen eine intime Fotoserie shooten. Allerdings anonym. Anders als in der Fotostrecke von 2016 kannten sich die beiden in diesem Fall schon eine Weile länger.

An einem Freitagmorgen im Sommer treffen wir uns in der Wohnung einer Freundin. Ich lege mein Equipment zurecht. Alex und Leo suchen überlegen sich bei einem Schluck Sekt, was sie anziehen. Die anfängliche Schüchternheit und leichte Unsicherheit weicht nach kurzer Zeit intimer Nähe und Ungezwungenheit. Im wechselnden Tageslicht verwinden sich die beiden Körper zu einem Knäuel aus Gliedmaßen und Haaren. Vorsichtig fahren Hände und Finger über die Haut der anderen. Erkunden, fragen und entdecken ohne zu sprechen.

Für die beiden war es das erste Shooting und somit auch das erste Akt-Shooting überhaupt. Für mich war es die erste freie Arbeit seit dem Shooting mit Sarah im Februar. Nach über fünf Monaten Fotoabstinenz mit dieser Serie zu starten war eine willkommene Herausforderung für mich. Schnell fühlte sich die Kamera in meinen Händen wieder Vertraut an.

Während meiner Master-Zeit, in der ich meinen Abschlussfilm „The Inner I“ drehte, gab es keine zeitlichen und gedanklichen Kapazitäten über meine persönliche Fotografie nachzudenken, geschweigedenn ein Shooting zu planen. Dabei gingen mir leider auch schöne Shooting-Möglichkeiten durch die Lappen, auf die ich mitunter schon lange wartete. Umso schöner ist es, mit zwei Menschen wie Alex und Leo vor der Kamera einen Wiedereinstieg zu finden. Ich danke euch beiden sehr für euer Vertrauen, euer Durchhaltevermögen und das schöne Shooting. Es war mir eine Freude. :) Bis bald.

Schallfeld

Jörg von Schallfeld lernte ich vor ein paar Monaten über einen Freund kennen. Anlass war, dass ich drigend professionell produzierte Musik für meinen Film „The Inner I“ benötigte und Jörg mit Schallfeld ein paar Tage vorher schon live gehört hatte. Innerhalb kürzester Zeit bekam ich einige Entwürfe für den Soundtrack und über die folgenden Wochen brachten Schallfeld den Song zum finalen Mix, der perfekt zu meinem Film passt.  (Mastering: Friedrich Betz)

Als kleine Gegenleistung für die Musik vereinbarten wir unter anderem ein kleines Fotoshooting für einige neue Promo-Fotos. Gestern Abend trafen wir uns dann im Studio von Philipp und Jörg, besprachen uns kurz und streiften dann durch den anliegenden Innenhof. Eine Stunde später waren verschiedene kleine Sets im Kasten und wir schlossen den Abend mit einem gemeinsamen Bierchen ab. Vielen Dank!

Schallfeld auf Soundcloud

Sarah Rawk






Sarah fragt mich am Tag vor dem Shooting um 8 Uhr abends, ob ich am nächsten Morgen um etwa 10 Uhr spontan Zeit für ein Shooting hätte. Sie sei spontan für einen Vormittag in der Stadt. Spontan? Kann ich. Wenige Wochen vorher hatten wir das erste Mal Kontakt. Sie, eine der schönsten Veganerinnen Deutschlands, ist mir schon länger aufgefallen. Und jetzt geht alles so schnell. Sarah schickt mir Fotos von möglichen Outfits, ich schlage ihr Locations vor. Nur um am nächsten Morgen festzustellen, dass die favorisierte Location in der kalten Realität nicht im Ansatz unseren Vorstellungen entspricht.

Bei  -12°C ziehen wir also weiter und finden einen Waschsalon. Warm, es riecht nach Waschmittel und die eine Leuchstoffröhre an der Decke liefert sich einen erbitterten Kampf mit dem Tageslicht, das durch die großen Fenster in den ansonsten Menschenleeren Raum fällt. Nachdem die leicht irritierten Betreiberinnen des Waschsalons uns ihre Räumlichkeiten netterweise zur Verfügung stellen, legen wir los. Nach einigen Fotos, einem weiteren Spaziergang, Tee und einer abschließenden 10-Minuten-Session haben wir unsere Fotos im Kasten und müssen zur Tram joggen, um unsere Züge nach Hause zu erwischen. Ein Abschluss-Selfie im Bahnhof, dann trennen sich unsere Wege. Aber nicht, ohne, dass wir uns lose auf ein weiteres Shooting im Sommer verabreden.

Eines meiner spontansten Shootings der letzten Jahre. Danke fürs Überrumpeln Sarah. Bis bald! :)

Vincent Littlehat V







Über ein Jahr ist es schon her, dass ich dieses Set mit der wunderbaren Vincent Littlehat geshootet habe. Ihr Freigeist und das vollkommene Ausklammern von möglichen gesellschaftlich auferlegten Normen inspirieren mich immer wieder. Die daraus sprießende Kreativität tut meinen Shootings gut. Ich versuche immer wieder ein bisschen Kontrolle abzugeben. Und das fällt bei ihr besonders leicht.

Es war ein schönes Wiedersehen und wir haben uns schon lose für das nächste Mal verabredet. Ich bin gespannt und freue mich darauf.