Vincent Littlehat






 



Shootingtour, Februar 2017. Meine Letzte Fahrt führt mich von Hamburg nach Berlin. Alte Freunde aus Aachen nehmen mich in ihrer gemütlichen Wohnung in Prenzlberg auf. Von dort aus starte ich am 08. Februar in eine Wohnung irgendwo in Berlin, um dort Vincent zu treffen.

Im Dezember 2012 haben wir schon zusammen geshootet. Die besondere Ausstrahlung, der fesselnde Blick, der sich mit einem abschweifenden, fast entrückten Sehen in die Ferne abwechselt. Manchmal durch die Kamera hindurch. Ein anderes Mal weckt etwas im Raum Vincents Aufmerksamkeit und muss im besten Fall direkt inspiziert werden. Dieses schwimmen zwischen spielerischem Umgang mit der Umwelt und der absoluten Sicherheit ihrerselbst macht die Arbeit mit Vince so besonders.

Kurz nachdem wir in der Wohnung angekomen sind, schmeißt sich Vincent in ihre selbst genähte Latzhose und macht es sich auf und vor dem Sofa bequem.

Jana III



 

Wir bleiben auf dem Boden. Ich greife mir eine Leiter und begebe mich ein paar Stufen höher, um mich über Jana zu beugen, die auf dem kühlen, abgewetzten und durch unzählige Schuhe zerschundenen, Boden liegt.

Die klaren Kanten ihres schlanken Körpers werden, trotz des nur schwachen Lichts des kleinen Fensters, klar definiert. Fast ätherisch wirkt Jana, wie sie in dem weißen Body auf dem Wald aus gesägtem Holz liegt – fast elfenhaft.

Wilma III


Hinter Wilma erstreckt sich die gefrostete und ziegelrote Dächerlandschaft Halles. Nur der breit hinter ihrem Kopf ausgebreitete Schal verdeckt mir für einen kurzen Moment die Sicht auf dieses schöne Panorama. Aber dieser Moment reicht, um mich zu fesseln. Der Schal legt sich weich und fließend um die Schultern. Um den Kopf und vor das Gesicht. Die hell strahlenden und großen Augen blicken mich durch die Kamera an.

Der dunkle Schal bildet im matten Licht der nebelgetrübten Sonne einen wunderbaren Kontrast zu Wilmas heller Haut und den, jetzt noch intensiver leuchtenden, Augen. Die raue Textur steht den markenten Gesichtszügen gegenüber und wird vom stillen Begleiter zum prägenden Inhalt.

Danke für dein Vertrauen, liebe Wilma. Es war ein wunderschöner, kalter Morgen auf eurem Dach. Jetzt wird es langsam wieder wärmer und der Frühling zieht ein in Halle.
Bis bald!

Katja II


 

Das Licht in Hamburg wollte an diesem Tag nicht besser werden. Kein Hindernis für Katja und mich. Die gemütliche Küche in der mollig warm geheizten Wohnung wird durch die große Fensterfront von diffusem Licht durchflutet. Ich gehe zwischenzeitlich auf den kalten Balkon und wage einen Blick von außen. Durch das Glas verstehen wir uns auch ohne Worte. Ich gestikuliere teils herum, Katja interpretiert meine Gestern und durchdringt dann mit ihrem Blick die Kamera.
Danach geht es wieder ins Schlafzimmer…

Jana II


 


Jana und ich räumen den großen Teppich zur Seite, der unter dem massiven Tisch den Blick auf den abgewetzten Dielenboden versperrt. Die Dielen sind breit und von unzähligen Feiern und After-Hour-Partys abgewetzt. An der Wand hinter uns hängen die großen Boxen, die sicher die ein oder andere Geschichte erzählen können. Genau wie die landkartenhaft durch das Holz auf getriebenen Kratzer auf dem Boden. Das Licht an diesem Tag ist und bleibt eine Herausforderung. Jana hingegen macht es mir nicht im Ansatz schwer, sie abzulichten, weiß sie doch sehr genau, wie sie sich zu bewegen hat und wie sie mit ihrem Blick die Kamera durchdringt…